Vesna Marinovicmail

vocals & lyrics

Band


Vesna

Vesna über sich selbst:

Am 20. Mai 1981 wurde ich in Tuzla geboren. Aus den Erzählungen meiner Eltern, habe ich schon als kleines Kind gesungen und anderen etwas vorgesungen. Meine Oma nahm mich sehr oft in die Kirche mit. Mir gefiel das Singen am besten: ich mochte den Hall, den Klang der Melodien und die dadurch entstehende Atmosphäre.

Als ich 10 Jahre alt war, fing der Krieg auch in Tuzla an, und alles wurde anders. Die Musik bekam einen anderen, viel stärkeren Wert.

Während des Singens konnte man für kurze Zeit die Angst vergessen. Die Erlebnisse dieser drei Jahre waren mitunter prägend für die Gestaltung einiger Liedtexte (Lullaby, Kriegslied

Im November 1994 kam meine Familie nach Deutschland. Ich konnte die deutsche Sprache nicht und hatte keine sprachlichen Möglichkeiten, mich auszudrücken oder mit Anderen zu kommunizieren. Und so kommunizierte ich sehr oft mit meiner eigenen Ausdrucksmöglichkeit, die sich mit der Zeit zu meiner stärksten herausbildete: Ich sang.

Nach einiger Zeit, als ich die Sprache beherrschte und mich an das Leben in Deutschland gewöhnt hatte, sollte ich immer für meine Freunde vorsingen. Dies geschah meist in den Unterführungen der Stadt, da dort der Hall zu hören war.

In den darauffolgenden Jahren sang ich in einem Gospelchor. Ich mochte diesen temperamentvollen und teilweise sehr rhythmisch betonten Gesang. Die Zeit brachte mir ebenfalls Erfahrung im Singen und Hören mit einer Gruppe.

Danach fing ich an Bewegungstheater zu spielen und lernte dort die heutigen Bandmitglieder kennen. In diesem Jahr begann ich auch Klavier zu spielen, was meinen persönlichen Umgang mit Musik verstärkte und mir die Möglichkeit gab, das Singen auf eine neue Weise zu beeinflussen.

Eines Tages fragte mich Herbert, ob ich Lust hätte für das Badeseefestival (in seinem Projekt) zu singen. Ich sagte zu, zeigte ihm einen Text (Imprisoned) und wir fingen an zu arbeiten, denn es gab sehr viel zu tun!

Das gibt es heute immer noch, aber auf eine andere Art. Es ist eine faszinierende Erfahrung zu erleben, wie man mit der notwendigen Entwicklung der musikalischen Fähigkeiten, die Musik kreieren und beeinflussen kann. Man erarbeitet sich eine Freiheit des Ausdrucks mit unausschöpflichen Möglichkeiten.

Heute studiere ich Psychologie und möchte mich später auf die Musikpsychologie spezialisieren.

Ich höre sehr gerne Musik und bin dabei relativ offen. Am meisten faszinieren mich die Musik von Björk und die Streichquartette von Shostakowich.